Wozu dieser ganze Feminismus?

Brauchen wir diese ganze Feminismus- und Political-Correctness-Debatte überhaupt noch bei uns an der Uni? Es geht uns doch allen echt gut und Frauenbeauftragte gibt es ja auch an jeder Fakultät oder?

Wir sind davon überzeugt, JA WIR BRAUCHEN DIESE DEBATTE! Denn wir sehen bestimmte Diskriminierungsformen als so normal an, dass sie uns nicht mal mehr auffallen. Ist es nicht etwas paradox, wenn eure überwiegend weißen, deutschen, männlichen Professoren als Experten für alles gelten und die Lehre dominieren?!

Wir erfahren immer noch viel zu wenig von Betroffenen selbst! Alltagsdiskriminierungsformen dürfen nicht kleingeredet werden.

Wir erfahren recht wenig in unserem Alltag, wie es Studierenden wie auch Nicht-Akademiker*innen geht, die ihr ganzes Leben mit Tabuthemen (wie z.B. psychischen Erkrankungen), Sexismus, Rassismus aufgrund der Religion/Herkunft oder Queerfeindlichkeit konfrontiert sind.


Wie viele weibliche Professuren, schätzt ihr, gibt es an unserer Uni?

Es sind knapp 17 %.


Und wie viele andere Formen von FLINT-Personen oder PoC?

Dazu fehlen uns leider Zahlen.


Stark machen für intersektionalen Feminismus

Intersektionale Diskriminierung beschreibt, dass Menschen in mehreren Faktoren ausgegrenzt sein können: Homophobie, Geschlecht, Herkunft, soziale Schicht, Aussehen, Gewicht, Zugehörigkeit und vieles mehr.

Sexismus ist also nicht das einzige Thema für den Feminismus! Auch gegen andere Diskriminierungsformen muss sich stark gemacht werden und dafür brauchen wir Sensibilität und müssen erstmal hinschauen.

Die Heinrich-Böll-Stiftung hat dies hier sehr anschaulich erklärt. Lest euch doch mal vertiefter ein 🙂


Ein wichtiger Anfang in eurem Alltag: Gendergerechte Sprache

Fangt an ein Zeichen zu setzen, indem ihr zeigt, dass ihr euch stark macht. Verwendet in eurer Initiative, Fachschaft, Freundesgruppe eine angemessene, nicht-diskriminierende Sprache! Hier ist der informative, praktische Leitfaden der Uni Regensburg dazu.

Wieso ist Sprache wichtig? -> Prototypen im Denken

Es ist wissenschaftlich belegt, dass beim generischen Maskulinum im Gehirn auch ein männlicher Prototyp entsteht. (So etwas gibt es auch in anderen Zusammenhängen. So ist z.B. in unserer Gegend der Prototyp für das Wort „Baum“ meist ein Laubbaum, während er auf Hawaii eher eine Palme ist.) Zum Beispiel ändern sich Antworten auf die Frage, wer sich als Bundeskanzler.in eignen würde, wesentlich, wenn die weibliche Form in der Frage mit verwendet wird. Wenn man immer nur von Männern spricht, dann denkt man sie auch – und somit kommen z.B. weniger Frauen auf ein Podium, wenn man in der Vorbereitung fragt „Welchen Redner wollen wir denn?“. Daher ist es wichtig, dem Gehirn einen kleinen Stolperstein zu legen, so dass klar wird: Hier sind nicht nur Männer gemeint.
(Aus: https://digitalcourage.de/themen/feminismus/leitfaden-fuer-eine-gendergerechte-sprache)

Hier gibt es mehr Informationen:

Allgemein: Sprache ist Handeln! 😊 Setzt euch so alltäglich gegen Diskriminierungsformen ein und schaut nicht weg!